Ostseeforscher an Umweltstudie für Fehmarnbelt-Querung beteiligt

Warnemünde (ddp-nrd). Das Institut für Ostseeforschung in Warnemünde ist mit einem mehrjährigen Messprogramm sowie Modell- und Feldversuchen an der Umweltverträglichkeitsstudie für die geplante Fehmarnbelt-Querung beteiligt. Seit Oktober 2008 werden zunächst über 24 Monate alle Umweltparameter an der Meerenge zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland gemessen, wie ein Sprecher des Institutes am Mittwoch sagte. Im monatlichen Rhythmus sei dafür ein Forschungsschiff vom großen Belt bis hoch zur Darßer Schwelle unterwegs.

Gleichzeitig laufen Untersuchungen zu Auswirkungen verschiedener Brückenlösungen auf die Ostsee. Mit Hilfe der aktuellen Messdaten sollen dabei Modelle entwickelt werden, die möglichst detailliert den Zustand des Binnenmeeres in einem Zeitraum von 30 bis 40 Jahren darstellen. Feldversuche an bestehenden Brückenbauwerken seien trotz guter Messtechnik schwierig, da beispielsweise bei der mehrere Kilometer überspannenden Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden ein riesiger, energiereicher Wasserdurchlauf gemessen werden müsse, sagte der Sprecher.

Das Warnemünder Institut hatte vom dänischen Konzern Femern Belt A/S den Zuschlag für das mehrjährige Messprogramm erhalten. Dafür wurden nach Institutsangaben befristet knapp zwei Dutzend zusätzliche Mitarbeiter eingestellt sowie umfangreiche Messtechnik angeschafft. Als Variante für die Querung des 19 Kilometer breiten Fehmarnbelts ist auch ein Tunnel in der Diskussion, der aber mit rund 5,5 Milliarden Euro etwa 1 Milliarde Euro mehr als eine Brücke kosten würde.

Das dänische Parlament hat dem Staatsvertrag bereits zugestimmt. Am Donnerstag will nun der Bundestag in zweiter und dritter Lesung darüber entscheiden.

(folgt Hintergrund bis 12.00 Uhr)

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Donnerstag, 09. Feber 2012

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