Backhaus besorgt über wirtschaftliche Lage der Landwirte im Nordosten
Schwerin (ddp-nrd). Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat die derzeitige wirtschaftliche Situation der Landwirte im Nordosten als besorgniserregend bezeichnet. Durch gesunkene Abnehmerpreise und gestiegene Energiekosten sowie die Auswirkungen der Wirtschaftskrise seien die Bauern in einer «katastrophalen Lage», sagte Backhaus bei der Vorstellung des Agrarberichts am Dienstag in Schwerin. Das Wirtschaftsjahr 2007/2008 sei angesichts hoher Preise für Milch und Weizen hingegen noch ein ausgewiesenes Boomjahr gewesen.
Das Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe sei zwischen den Spätsommern 2007 und 2008 im Vergleich zum vorigen Berichtszeitraum um 30 Prozent auf rund 42 000 Euro pro Arbeitskraft gestiegen. Bundesweit habe die Einkommenssteigerung bei nur rund 18 Prozent gelegen. Auch bei der Arbeitsproduktivität hätten die nordostdeutschen Betriebe um 27,7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt gelegen, sagte Backhaus. Dies zeige, dass die nordostdeutsche Landwirtschaft grundsätzlich wettbewerbsfähig sei, fügte der Ressortchef hinzu.
Die derzeitige «internationale Schieflage» der Branche wirkt sich nach Einschätzung von Backhaus massiv auf die Betriebe im Land aus. Viele Landwirte seien in ihrer Existenz bedroht und auf finanzielle Hilfen angewiesen. Daher müsse die von der Sonderagrarministerkonferenz beschlossene frühere Auszahlung von EU-Betriebsprämien an die Landwirte zum 1. Juli durch Vorschüsse des Bundes ausreichend unterstützt werden, forderte der Minister.
Backhaus zufolge soll der bisher jährlich präsentierte Agrarbericht künftig nur noch einmal pro Legislaturperiode erscheinen. Die extreme Schwankung der wirtschaftlichen Lage zeige, dass für die Ableitung von Trends grundsätzlich ein längerer Zeitraum betrachtet werden müsse, sagte er.
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