Land will Wadan-Insolvenzverfahren für Neustart nutzen

Schwerin (ddp-nrd). Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) haben den grundsätzlichen Willen des Landes bekräftigt, die Wadan-Werften und die Arbeitsplätze in Wismar und Warnemünde zu erhalten. Erforderlich seien dazu ein vertrauenswürdiger Investor und ein tragfähiges Konzept, sagte Sellering am Freitag in Schwerin. Dann sei die Landesregierung bereit, sich weiter zu engagieren. Er hoffe auch auf Hilfe vom Bund, wenn ein geeigneter Investor gefunden sei. Am Vormittag hatte die Wadan-Geschäftsführung einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht in Schwerin gestellt.

Der Regierungschef betonte, dass Bund und Land in den vergangenen Wochen alles unternommen hätten, das wegen erheblicher Finanzierungs- und Auftragsprobleme in wirtschaftliche Schieflage geratene Schiffbauunternehmen zu unterstützen und zu retten. Wirtschaftsminister Seidel kündigte an, zügig mit dem Insolvenzverwalter ins Gespräch kommen zu wollen. Im Insolvenzverfahren müsse es um einen Neustart gehen, betonte er.

Sellering sprach mit Verweis auf den Insolvenzantrag von einem schweren Tag für Mecklenburg-Vorpommern. Zugleich äußerte er sich enttäuscht über das Verhalten der Werfteigener. Er spüre eine gewissen Wut darüber, dass sie Wadan in Stich gelassen hätten, sagte er. Sie hätten ihre Zusagen nicht eingehalten und ihren Eigenbeitrag nicht geleistet. Das Vertrauen sei verspielt, fügte der Ministerpräsident hinzu.

Seidel verwies darauf, dass die russischen Gesellschafter weder die avisierten Aufträge über vier Schiffe vertraglich gesichert noch den zugesagten eigenen Liquiditätsbeitrag im vollen Umfang geleistet hätten.

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Donnerstag, 17. Mai 2012

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