Aufnahme von Lucy Redler in Linkspartei abgelehnt
Berlin (ddp-nrd). Die Bundesschiedskommission der Linken hat die Aufnahme der ehemaligen Spitzenkandidatin der Berliner Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG), Lucy Redler, in die Partei abgelehnt. Das teilte die Linkspartei am Donnerstag in Berlin mit. Die Entscheidung gilt auch für Redlers Mitstreiter Sascha Stanicic. Zuvor hatte bereits die Berliner Landesschiedskommission der Partei die Aufnahme von Redler und Stanicic abgelehnt.
Die Bundesschiedskommission gab als Begründung an, dass die Gruppe Sozialistische Alternative (SAV), deren Sprecher Redler und Stanicic sind, im Rostock bei den Kommunalwahlen konkurrierend zur Linkspartei antritt. Die Gründe für die Entscheidung seien weder in den Personen noch in ihrer Haltung zur Entwicklung der Linkspartei oder ihrer Mitgliedschaft in der SAV zu suchen.
Redler und Stanicic kritisierten die Entscheidung. Die SAV habe der Linken in Rostock eine gemeinsame Kandidatur zur Wahl angeboten. Dazu habe es bei der Linken jedoch keine Gesprächsbereitschaft gegeben, hieß es in einer Erklärung. In der Konsequenz widerspreche der Schiedsbeschluss dem offenen und pluralen Charakter der Partei.
Die bekennende Sozialistin Redler war die schärfste Kritikerin der Fusion von WASG und Linkspartei, die in Berlin auf Landesebene Ende Juni 2007 vollzogen wurde. Die WASG war bei der Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2006 gegen den Willen ihres Bundesvorstands in Konkurrenz zur Linkspartei angetreten. Der Streit eskalierte damals so weit, dass der Bundesvorstand die Landesspitze vor der Wahl absetzen ließ. Das Berliner Landgericht hob die Entscheidung jedoch wieder auf.
Ebenfalls Lesenswert:
- Nach Mauer-Streit der Linkspartei: Grüner warnt vor Rot-Rot
- Linke will 2011 stärkste Partei in Mecklenburg-Vorpommern werden
- Holter: Wagenknecht an Fraktionsspitze wäre «verheerendes Signal»
- Gröhe wertet Wahlergebnis als Signal für Fortsetzung der Koaliton
- SPD-Parteivize Schwesig kritisiert Linkspartei
