Internationale Tagung befasst sich mit Theaterunterricht an Schulen
Rostock (ddp-nrd). Für professionell geleiteten Theaterunterricht vor allem an Sonder- und Förderschulen werben Experten auf einer internationalen Tagung, die am Freitag in Rostock beginnt. Das therapeutische Potenzial des Faches Darstellendes Spiel werde noch viel zu wenig ausgeschöpft, sagte eine Sprecherin der veranstaltenden Hochschule für Musik und Theater (HMT) am Donnerstag in Rostock. Zu der Tagung, die sich an Theaterleute, Therapeuten, Sozialarbeiter und Pädagogen richtet, werden rund 150 Teilnehmer aus 36 Ländern erwartet.
Kinder und Jugendliche können nach Ansicht von Fachleuten über Rollenspiele Ängste ablegen, ihre Fantasie trainieren und mit ihrer Umwelt kommunizieren, sagte HMT-Prorektorin Marion Küster, die an der Hochschule den Studiengang Darstellendes Spiel leitet. Kinder hörten zeitweise auf zu stottern, Autisten öffneten sich gegenüber ihren Mitspielern. Auch bei der Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen, mit Missbrauchsopfern oder körperlich Behinderten seien Fortschritte durch das Theaterspielen möglich, sagte Küster.
Auf der Konferenz in Rostock, die vom Bundes- und vom Weltverband Theater in der Schule unterstützt wird und die unter dem Motto «Theater? Mit mir?» steht, werden unter anderem Theaterprojekte aus Finnland, den USA, Neuseeland und Brasilien vorgestellt. Auch aus dem gastgebenden Bundesland sind Akteure mit dabei, unter anderem ein Theaterprojekt behinderter Kinder aus Stralsund. Bis zum Sonntag gibt es Workshops, Fachvorträge und gemeinsame Aktionen der Tagungsteilnehmer.
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