DGB fordert zum 1. Mai Arbeit für alle zu fairen Löhnen
Itzehoe/Norderney (ddp-nrd). Mit zahlreichen Veranstaltungen in norddeutschen Städten hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Freitag den 1. Mai begangen. Die Veranstaltungen der Gewerkschaften standen unter dem Motto «Arbeit für alle - Bei fairem Lohn». Führende Gewerkschaftsvertreter appellierten an Politik und Arbeitgeber, gemeinsam für die Überwindung der Wirtschaftskrise einzustehen und warnten zugleich vor sozialen Verwerfungen.
DGB-Vize Ingrid Sehrbrock bekräftigte, dass die Gewerkschaften auch in Krisenzeiten an ihrem Anspruch auf «Arbeit für alle bei fairem Lohn» festhielten. «Wir wollen nicht, dass die Menschen Opfer einer Krise werden, die sie nicht zu verantworten haben», sagte Sehrbrock in Itzehoe. Zugleich rief sie dazu auf, auch in Krisenzeiten einen «Blick über den nationalen Tellerrand» zu werfen. Gerade Entwicklungs- und Schwellenländer seien stark von der Wirtschaftskrise betroffen.
Der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Klaus Wiesehügel, sprach sich gegen Niedrigstlöhne und Leiharbeit zum Hungerlohn aus. Um Lohndumping und den Absturz von Löhnen ins Bodenlose zu verhindern, habe die IG BAU vor zehn Jahren als erste Gewerkschaft tarifliche Mindestlöhne am Bau eingeführt, sagte er auf der DGB-Kundgebung auf Norderney. Weitere Branchen seien diesem Beispiel gefolgt. «Der Mindestlohn am Bau hat in den letzten zehn Jahren Zehntausende von Arbeitsplätzen gesichert», betonte Wiesehügel.
Ein tariflicher Mindestlohn müsse für alle Branchen möglich werden, fügte er hinzu. Für die Branchen, in denen kein tariflicher Mindestlohn vereinbart werden könne, sei eine absolute Untergrenze notwendig.
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