Aigner verteidigt Genehmigung von Genkartoffel-Anbau
Passau (ddp-nrd). Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat ihre Entscheidung zur Genehmigung des Versuchsanbaus der Genkartoffel Amflora verteidigt. «Nach allem, was wir wissen, besteht keine Gefahr für Gesundheit oder Natur», erklärte die Ministerin der «Passauer Neuen Presse» (Donnerstagausgabe). Wer Risiken in der grünen Gentechnik erforschen wolle, brauche dazu auch Freilandversuche, argumentierte Aigner.
Sie erinnerte daran, dass der frühere Bundeslandwirtschaftsminister und heutige CSU-Vorsitzende Horst Seehofer den Versuchsanbau von Amflora in der Vergangenheit auch genehmigt habe. Aigner betonte, sie habe in ihren Gesprächen mit Amflora-Entwickler BASF «viel erreicht». So sei etwa die Fläche, auf der die Kartoffel in Mecklenburg-Vorpommern angebaut werde, «viel kleiner als beantragt». Zudem habe BASF zugesichert, «dass durch den Versuch keine gentechnisch veränderten Organismen in Lebens- oder Futtermittel geraten», hob die Ministerin hervor. In Bayern verzichte der Konzern auf drei Freisetzungsversuche mit einer anderen gentechnisch veränderten Kartoffelsorte.
Aigner sagte, sie wolle in Deutschland einen sachlichen Dialog über die Möglichkeiten und Grenzen der grünen Gentechnik führen. Die Gentechnik könne lediglich eine Ergänzung zu klassischen Zuchtverfahren sein, kein Ersatz. Zugleich appellierte sie daran, die Möglichkeiten des neuen Gentechnikgesetzes zu nutzen, das Versuche in geschlossenen Systemen erlaubt: «Wenn davon stärker Gebrauch gemacht würde, wäre manche Freisetzung nicht nötig.»
Ebenfalls Lesenswert:
- Anbau der Gen-Kartoffel Amflora bei Bütow abgeschlossen
- Anbau von Genkartoffeln soll Montag in Bütow beginnen
- Genkartoffel-Ernte im Beisein von Minister Brüderle begonnen (Mit Bild)
- BASF beginnt bei Bütow mit Anbau der Gen-Kartoffel Amflora
- Protest gegen Anbau von Genkartoffel in Bütow (Mit Bild)
