Backhaus wirft Aigner «unverantwortliche» Gentechnik-Politik vor

Schwerin (ddp-nrd). Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hat Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) aufgefordert, die Genehmigung des Freisetzungsversuches mit der Genkartoffelsorte Amflora im Nordosten zurückzunehmen. Sein Ministerium habe bereits im Dezember 2008 darauf verwiesen, dass man bei einer Fläche von 20 Hektar nicht mehr von einem Versuch sprechen könne, sagte Backhaus am Mittwoch in Schwerin.

Wegen der geplanten Größenordnung handele es sich vielmehr um einen Anbau. Der sei für die Amflora-Kartoffel in Europa aber nicht zugelassen. Die Entscheidung der Bundesministerin sei deshalb unverantwortlich und unvertretbar, kritisierte Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern hatte seinen Angaben zufolge in seiner Stellungnahme vorgeschlagen, die Freisetzungsfläche auf einen im experimentellen Umgang mit Pflanzen üblichen Umfang von 100 bis 1000 Quadratmeter pro Standort und Jahr zu begrenzen. Das sei eine Größe, die man ausreichend sichern und überwachen könne.

Er sei für die Forschung im Bereich der grünen Gentechnik, betonte der Minister. Die Sicherheit von Mensch und Umwelt müsse dabei an oberster Stelle stehen. Bei einer solch großen Versuchsfläche sei das nicht hundertprozentig zu gewährleisten, sagte Backhaus. Der Bund könne nicht einfach die Stellungnahme des betroffenen Landes ausblenden. Das sei Willkür.

Aigner hatte am Montag den Anbau der Kartoffelsorte zu Forschungszwecken genehmigt. Der Eigentümer des Gutes Bütow im Landkreis Müritz, Karl-Heinrich Niehoff, hatte daraufhin angekündigt, am Montag nächster Woche auf rund 20 Hektar die gentechnisch veränderten Kartoffeln ausbringen zu wollen.

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Mittwoch, 08. Feber 2012

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