Bürgerinitiative von Genkartoffel-Auspflanzung überrascht

Massow (ddp-nrd). Die Bürgerinitiative «Müritzregion gentechnikfrei» will die Auspflanzung der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte Amflora im Landkreis in der kommenden Woche nicht mit Protestaktionen begleiten. Die Anbauzulassung sei völlig überraschend gekommen, sagte Sprecherin Ilse Lass am Dienstag auf ddp-Anfrage. «Nach dem Anbauverbot für Gentechnikmais hatten wir mit einer ähnlichen Entscheidung auch für die Kartoffel gerechnet», sagte die Biologin.

«Auf keinen Fall» wolle man dem Anbau in den kommenden Wochen jedoch tatenlos zusehen. Die Bürgerinitiative müsse sich erst zusammensetzen und über weitere Aktionen beraten, sagte Lass. Neben der jetzt genehmigten Auspflanzung von Amflora stünden noch weitere Entscheidungen an. So müssten sich die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Europäische Arzneimittelbehörde noch zu offenen Fragen der Antibiotikaresistenz genveränderter Kartoffel äußern.

Nach der Genehmigung durch das Bundeslandwirtschaftsministerium soll am Montag in Bütow im Landkreis Müritz mit dem Anbau der umstrittenen Genkartoffelsorte Amflora begonnen werden. Der Eigentümer des Gutes Bütow, Karl-Heinrich Niehoff, will nach eigenen Angaben auf rund 20 Hektar die gentechnisch veränderten Kartoffeln ausbringen. Der Kartoffelzüchter beteiligt sich seit 2007 an den Freisetzungsversuchen.

Mitglieder der Bürgerinitiative hatten im vergangenen Jahr dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock vorgeworfen, den Genkartoffelanbau nicht genügend kontrolliert zu haben. Kartoffeln, die nach der Ernte auf dem Acker liegengeblieben waren, hatten den milden Winter ohne größere Verluste überstanden und sich selbst erneut ausgepflanzt. Die sogenannten Durchwuchskartoffeln sahen die Kritiker als gesundheitliches Risiko an.

(folgt zweite Zusammenfassung)

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Donnerstag, 02. September 2010

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