Kreideabbau auf Rügen für weitere 100 Jahre gesichert
Klementelvitz (ddp-nrd). Der seit etwa 150 Jahren betriebene Abbau von Kreide im Norden der Insel Rügen ist für ein weiteres Jahrhundert rechtlich gesichert. Dafür hat am Freitag Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (SPD) in Klementelvitz eine entsprechende Genehmigung für die Ausbeutung eines neuen Bergwerkfeldes bei Goldberg-Lanken bis zum Jahre 2109 überreicht.
Das Papier biete dem Traditionsunternehmen und seinen 40 Mitarbeitern langfristige Planungssicherheit, sagte der Minister. Im vergangenen Jahr war in dem Tagebau bei Sassnitz die Rekordmenge von rund 500 000 Tonnen Kreide gewonnen worden. Rund 290 000 Tonnen wurden für die Rauchgasentschwefelung in Kraftwerken, weitere 130 000 Tonnen als Düngekalk für die Landwirtschaft und 80 000 als Füllstoffe für die Industrie geliefert. Rund 80 Tonnen Heilkreide kamen im Wellnessbereich der Region zum Einsatz.
Das neue Abbaugebiet soll nach der Rohstoffgewinnung im gegenwärtigen Kreidebruch Promoisel erschlossen werden. Bisherige Kreidetagebaue werden nach ihrer Nutzung rekultiviert. Im stillgelegten und inzwischen renaturierten Kreidebruch Wittenfelde unmittelbar neben dem Nationalpark Jasmund haben sich nach Angaben von Biologen bereits zahlreiche unter Schutz stehende Tier- und Pflanzenarten angesiedelt, darunter seltene Wildorchideen.
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