Anklam bereitet Ausstellung mit Münzschatz vor (Mit Bildern)
Anklam (ddp-nrd). Der von Spezialisten als Sensationsfund eingestufte sogenannte Münzschatz von Anklam wird gegenwärtig in einer neuen Schatzkammer des Museums im Steintor für eine Sonderausstellung vorbereitet. Die vor 14 Jahren entdeckten 2579 wertvollen Silbermünzen wurden am Dienstag mit einem Sondertransporter vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin nach Anklam überführt.
Der Schatz wird vom 17. Mai bis 21. September in der Sonderausstellung «Verschüttet-Vergessen-Entdeckt» erstmals komplett der Öffentlichkeit präsentiert. Er war am 6. März 1995 von der Archäologin Andrea Popp in der Kellernische eines Abrisshauses in der Wollweberstraße 42 in Anklam entdeckt worden. Experten vergleichen den Wert einer einzigen Münze in etwa mit dem damaligen Wert eines Pferdes. Der Schatz gilt somit als der bedeutendste norddeutsche Fund aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648).
Zum Schatz, der inzwischen auf mehrere hunderttausend Euro versichert ist, gehören auch mehr als 100 Schmuckstücke, darunter Pokale früherer Zünfte, reich verzierte Silberlöffel, ein Federkielhalter, Wappenschilde und Gewandapplikationen.
Die Herkunft des Schatzes ist nicht ganz klar. Experten gehen jedoch davon aus, dass es sich um ein Versteck handelte, das ein unbekannter Dieb offenbar zwischen 1629 und 1637 vor den schwedischen Besatzern angelegt hatte. Man vermutet, dass der Mann während einer Pest im Jahre 1638 ums Leben kam und auf einem Notfriedhof auf dem Gelände des heutigen Pferdemarkts bestattet wurde.
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