Unruhe bei der Linken vor Wahl des Fraktionsvorsitzes
Schwerin (ddp-nrd). Wenige Tage vor der Wahl des neuen Vorsitzes der Linksfraktion bekommt der bisher einzige Bewerber, Ex-Arbeitsminister Helmut Holter, fraktionsintern Gegenwind. Wie die «Ostseezeitung» (Donnerstagausgabe) berichtet, rät ausgerechnet seine frühere Kabinettskollegin Marianne Linke in einem Brief an Parteilinke von Holter ab. Nach Ansicht der früheren Sozialministerin und heutigen Landtagsabgeordneten sei der 55-Jährige nicht geeignet, die Abgeordneten zu führen.
Linke wirft dem Bericht zufolge Holter mangelnde Kompetenz, zahlreiche Skandale und politischen Opportunismus vor. So habe es unter Holter im Arbeitsministerium «Verquickungen von persönlichen und dienstlichen Belangen bei der Vergabe von Fördermitteln» gegeben, wobei er «nicht sehr professionell agiert» habe. Außerdem soll Holter in einem Interview die «Hartz IV»-Reform verteidigt und damit Arbeitslose und «Hartz IV»-Empfänger zynisch verhöhnt haben.
Linke sagte im Gespräch mit NDR 1 Radio MV, Holter habe ein Politikverständnis, mit dem man keine zukunftsfähige Politik machen könne. «Ich halte ihn für nicht geeignet, dieses Amt auszuführen», sagte sie.
Linke-Landeschef Peter Ritter wies die Vorwürfe in der Zeitung als falsch zurück. Der Brief sei unsolidarisch. Die Bewerbungsfrist für den Fraktionsvorsitz läuft dem Zeitungsbericht zufolge am Freitag aus.
Nach dem Verzicht des bisherigen Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Methling auf eine weitere Kandidatur soll die neue Fraktionsspitze am 21. April gewählt werden.
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