Backhaus plant wieder «Gästejagden» in Nationalparks
Schwerin (ddp-nrd). Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) will offenbar die sogenannten Gästejagden in den Nationalparks Mecklenburg-Vorpommerns wieder einführen. Wie NDR 1 Radio MV am Donnerstag berichtete, plant der Minister eine Änderung der Nationalpark-Jagdverordnung. Er habe bereits eine Arbeitsgruppe in seinem Ministerium eingesetzt.
Backhaus begründete die geplanten Bezahljagden mit dem hohen Wildbestand in den Nationalparks. Die Mitarbeiter allein seien damit überfordert, sagte er dem Sender. Bisher hätten nur sie das Recht, zur Wildbestandspflege zu schießen. Backhaus zufolge könnten Einkünfte der «Gästejagden» dem Nationalpark zugute kommen.
Naturschützer lehnen das Vorhaben ab. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) wertete die Pläne als Fortsetzung einer unseligen Tradition, denn schon zu DDR-Zeiten habe es Staatsjagden gegeben. Es sei aber eine Errungenschaft der Wende, dass diese «Jagd der Privilegierten» abgeschafft worden sei, sagte Geschäftsführerin Corinna Cwielag dem NDR. «Gästejagden» seien viel zu aufwendig, sie widersprächen dem Sinn und Zweck eines Nationalparks. Besser sei eine kurze, dafür sehr intensive Jagd. So sei auch der Bestand in den Griff zu bekommen.
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