EU verordnet Heringsfischern vorzeitiges Saisonende

Freest (ddp-nrd). Mitten in der Heringsfrühjahrssaison müssen die meisten ostdeutschen Kutter- und Küstenfischer vorzeitig in die Häfen zurück. Wegen der um 39 Prozent gekürzten EU-Fangquote haben die meisten Besatzungen bereits jetzt die ihnen zugeteilten Kontingente abgefischt, sagte der Chef der Fischereigenossenschaft Freest, Michael Schütt.

Die Fischereibasis in Freest am Peenestrom gilt als eine der größten, auf den Stellnetz- und Reusenfang spezialisierten Flotten in Deutschland. In der gegenwärtigen, besonders guten Heringssaison landeten die Besatzungen der 28 Genossenschaftskutter bereits 2250 Tonnen an. Damit sei die diesjährige Quote von insgesamt 2497 Tonnen bereits fast komplett abgefischt, sagte Schütt.

«Normalerweise fischen wir bis etwa zum 10. Mai», sagte der Fischereiexperte. Doch inzwischen dürften nur noch fünf kleinere Kutter zum Fang auslaufen. Für die Fischer sei das vorzeitige Ende der Saison besonders hart, weil der Hering traditionell fast die Hälfte ihrer Erlöse ausmache und der Greifswalder Bodden gegenwärtig noch voller Hering sei. Auch in der Fischereigenossenschaft Greifswald-Wieck müssten inzwischen die meisten Kutter früher als üblich wieder an die Leine.

Mit dem Ende des Heringsfangs werde auch die dänische Firma Skagerrak-Pelagic ihre Fischimporte aus Vorpommern vorzeitig einstellen, sagte Schütt. Der voraussichtlich letzte Kühltransporter werde kommenden Dienstag Frischware in Freest laden und zur Verarbeitung nach Dänemark bringen. Der dänische Partner bezieht bereits seit 42 Jahren Hering aus Freest.

(folgt Korrespondentenbericht bis 11.00 Uhr)

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Donnerstag, 17. Mai 2012

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