Steinzeit-Werkzeuge aus Hirschgeweihen vor Rügen entdeckt
Greifswald (ddp-nrd). In den nördlichen Boddengewässern vor der Insel Rügen sind Archäologen auf steinzeitliche Werkzeuge aus Geweihen gestoßen. Dabei handele es sich unter anderem um Beile, Äxte, Hämmer, Aalstecher und eine Harpune, die vor etwa 7500 Jahren aus Rothirschgeweihen gefertigt worden waren, sagte Grabungsleiter Harald Lübke vom Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie am Mittwoch auf einer Fachtagung in Greifswald.
Die Funde waren bereits in den vergangenen Jahren im Rahmen des Forschungsprojekte SINCOS über Küstenveränderungen nach der letzten Eiszeit geborgen worden. Im Mündungsbereich der Neuendorfer Wiek am Südufer einer ehemaligen Halbinsel legten die Taucher zwei Eichenstämme frei, die später bei ansteigendem Meeresspiegel zur Küstenbefestigung gedient hatten.
Zwischen diesen Schutzbauten stießen sie im flachen, aber trüben Boddengewässer auch auf Flintsteinteile, Reste eines hölzernen Fischzauns aus der Ertebölle-Kultur, Fragmente von Speeren und Pfeilen sowie Knochenreste von Rothirschen, Rehen, Wildschweinen und Hundsrobben frei. Zudem wurden Zehntausende Fischknochen entdeckt. Während in den tieferen Schichten vor allem Reste von Süßwasserfischen wie Barschen, Hechten, Zandern und Karpfenartigen steckten, fanden sich in den oberen, marinen Sedimenten zunehmend Knochen von Seefischen wie Dorschen, Heringen und Flundern. Die Entdeckung zeige, dass sich die damals dort lebenden Menschen schnell an die veränderte Umwelt angepasst und zunehmend dem Seefischfang und der Robbenjagd gewidmet hätten, sagte Lübke.
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