Polizei beendete Feldbesetzung durch Gentechnik-Gegner bei Rostock
Rostock (ddp-nrd). Die Polizei hat in Nordostmecklenburg am späten Freitagabend eine Protestaktion von Gentechnik-Gegnern beendet. Im Rahmen einer sogenannten Feldbesetzung waren am frühen Morgen 15 bis 20 Aktivisten östlich von Rostock in ein umzäuntes Versuchsgelände des Agro-Biotechnikums Groß Lüsewitz bei Sagerheide (Kreis Bad Doberan) eingedrungen, wie ein Sprecher der Rostocker Polizei mitteilte.
Einige der Personen hatten sich bei Eintreffen der Beamten an ein zehn Meter hohes selbst errichtetes Holzgestell angebunden, andere an Betongewichte gekettet. Bei dem Räumungseinsatz mit Unterstützung der Feuerwehr habe es keine Verletzen gegeben, hieß es. Ermittelt werde wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung. Das Betreiberunternehmen des Versuchsfeldes hatte unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Besetzung Anzeige erstattet und Strafantrag gestellt.
Die Protestaktion richtete sich gegen die Aussaat gentechnisch veränderter Pflanzen in unmittelbarer Nähe eines traditionellen Züchtungsstandortes für Kartoffeln und einer Saatgutdatenbank, teilte eine Sprecherin der Aktivisten mit. Der Gentechnikindustrie gehe es in Groß Lüsewitz darum, «Saatgut durch Auskreuzung zu verunreinigen und alte, traditionelle Sorten zu gefährden», kritisierte sie.
Beteiligte an der Protestaktion kamen laut Polizei aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz. Zwölf Personen waren zeitweilig in Gewahrsam genommen worden. Alle kamen noch am Abend wieder frei.
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