Firmen entwickeln neue Systeme zur Erschließung mariner Ressourcen

Rostock (ddp-nrd). Norddeutsche Hightech-Unternehmen wollen in den nächsten Jahren verstärkt in die Entwicklung einer neuen Gerätegeneration zur Erschließung mariner Rohstoffressourcen investieren. Geplant sei ein integriertes System zur Unterwasserproduktion von Öl und Erdgas in Seegebieten von mindestens 400 Metern Tiefe, kündigte der Vorstandschef der Gesellschaft für Maritime Technik, Walter Kühnlein, am Montag auf der 6. Nationalen Maritimen Konferenz in Rostock an.

Mit der robotergestützten Komplexlösung zu Erkundung, Abbau, Transport und Rückbau wolle Deutschland erstmals eine Systemführerschaft auf dem Gebiet der marinen Rohstoffgewinnung übernehmen. Bei der Entwicklung konventioneller Offshoretechniken habe die deutsche Industrie die Entwicklung zwar weitgehend verpasst, sagte der Experte. Mit der zunehmenden Erschließung von Tiefsee- und Polargebieten ergebe sich jedoch eine neue Chance, weltmarktbestimmende Lösungen anzubieten. Zur Entwicklung autonom agierender Tiefseeroboter wolle das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz in Bremen in diesem Jahr das Gemeinschaftsprojekt Maritime Intelligente Technologien (MarIT) starten, an dem sich auch die Universität Rostock beteiligen wird.

An einer neuen Technologie zur Gewinnung von Gashydraten aus der Tiefsee arbeiten gegenwärtig 20 deutsche Industriepartner und 10 Forschungseinrichtungen. Das mit 13 Millionen Euro geförderte Projekt ziele darauf ab, gefrorene Methangaseinlagerungen im Meeresboden zu erschließen und gleichzeitig das Klima schädigende Abgas Kohlendioxid einzulagern, sagte ein Sprecher der Universität Kiel. Erste Laborversuche würden gegenwärtig vorbereitet.

Nach Angaben der Koordinatorin für die maritime Wirtschaft, Dagmar Wöhrl, beträgt der Weltmarktanteil deutscher Firmen auf dem Gebiet der maritimen Technologien derzeit lediglich drei Prozent. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium kündigte an, die Förderung von Forschungsprojekten zur Erschließung von Meeresrohstoffen aufzustocken. Seit 2006 flossen rund 20 Millionen Euro in Projekte in den Bereichen Gas-Offshore, Methanhydrat-Nutzung, Unterwasserrobotik und Polartechnik.

Ebenfalls Lesenswert:

Kommentar schreiben

Donnerstag, 17. Mai 2012

Reservierungsanfrage Ostsee Ferienwohnung